New Zealand

Für alle, die mal daran interessiert sein sollten, nach Neuseeland zu fahren im folgenden ein paar Eindrücke unserer Neuseeland Reise im Oktober 2001.
Wir haben uns aus Zeitgründen (2 ½ Wochen) auf nur eine Insel konzentriert, die Südinsel. Am einfachsten ist es, wenn man sich in Neuseeland mit dem Wohnmobil fortbewegt.
Es ist zwar nicht gerade möglich wild zu campen, da fast ganz die ganz Insel aufgrund der intensiven Viehhaltung von Schafen und anderen Tieren eingezäunt ist, doch ein nettes Plätzchen um stehen zu bleiben findet man fast immer.

Wir hatten uns für die kleinste Campervariante entschieden, das heißt ohne Nasszelle aber mit einem kleinen Waschbecken und einer kleinen Kochmöglichkeit. Das gab uns die mögliche Flexibilität, nicht jede Nacht auf einem Campingplatz zu übernachten.

Unsere Reiseroute:

Aus Deutschland flogen wir zunächst mit Stop-over über Melbourne (3 Tage) nach Christchurch. Falls Ihr übrigens mal eine nette Übernachtungsmöglichkeit in Melbourne sucht, so können wir Euch folgende Adresse wärmstens empfehlen:

Margaret & Ross Tudball & Bishop
The Bishopsgate
57, Mary St.
St. Kilda West, Victoria 3182
Australia

Tel.: 613-9525 4512
Tel.: 613-9525 3024
email: rossbish@ozemail.com.au

Wir hatten versehentlich eine verkehrte Unterkunft per Internet gebucht - tja vor unserem Urlaub, war alles etwas hektisch - und sind quasi ohne Reservierung bei Margaret und Ross aufgelaufen, denn die Adresse hatten wir aus unserem Lonely Planet. Die beiden waren aber überaus liebenswürdig und haben uns trotz Ausbuchung bei sich aufgenommen. In der Nacht, in der sie kein Zimmer mehr hatten, haben wir bei Margaret's Eltern außerhalb von Melbourne übernachtet. Das Stadtbild von Melbourne ist stark von Europäischen Immigranten geprägt. Man findet sehr viele kleine nette Cafés und die Leute sind alle sehr freundlich. Für eine Reise nach Australien ist Melbourne definitiv mit einzuplanen.

Endlich in Neuseeland waren wir zunächst etwas überrascht von Christchurch. Obwohl es die zweitgrößte Stadt in Neuseeland ist, ist im Normalfall nicht besonders viel los. Soll nicht heißen, daß sich in Christchurch Fuchs und Hase gute Nacht sagen, doch nach dem Eindruck von Melbourne kam uns Christchurch schon etwas kleinstädtisch vor. Christchurch bietet architektonisch allerdings einiges. Man kann es vielleicht mit englischen Städten wie Oxford oder Cambridge vergleichen. Man kann unter anderem auch Punting Boat wie in Cambridge fahren, das sind Boote, die per Stab angeschoben werden.

Dieser kleinstädtische Eindruck ändert sich schlagartig bei Großveranstaltungen wie z.B. nationalen Pferderenntagen, wie wir nach unserer Rundreise bei unserer Wiederankunft in Christchurch feststellen mußten. Bei solchen Veranstaltungen ist Christchurch richtig überlaufen. Da muß man sich wirklich vorher erkundigen, was los ist, sonst kann es durchaus knapp werden mit einer Unterkunft.

Von Christchurch fuhren wir Richtung Süden in die Südalpen. Unser Weg führte uns Richtung Mt. Cook den höchsten Berg Neuseelands vorbei am Lake Tekapo, über Twizel, zurück an die Ostküste nach Oamaru und dann nach Dunedin. Wußtet Ihr übrigens, daß die steilste Straße der Welt, die Balwin St. in Dunedin liegt. Knapp 30% Steigung. Da mußten wir das Geschirr in unserm Camper schon besonders sichern. In Dunedin blieben wir nicht all zu lange sondern fuhren rasch weiter auf die Otago Peninsula, eine Dunedin vorgelagerte Halbinsel. Zu sehen gibt es dort das Larnach Castle, das einzige "Schloß" auf Neuseeland. Es wurde zwar nicht von einem Adeligen errichtet, sondern von einem einflußreichen Bankier und Politiker um die Jahrhundertwende, doch sehenswert ist es allemal. V.a. der Ausblick von dort ist atemberaubend. Neben dem Larnach Castle haben wir auch ein Reservoir für Gelbaugenpinguine besucht. Dieses Reservoir wird von einer privaten Organisation getragen. Man kann in kleinen Gruppen in einem Schützengraben ähnlichen Labyrinth ziemlich nah an die lustigen Gesellen herankommen. Ein Führer erklärt dabei genau das Verhalten der Vögel. Für alle die, die etwas mehr an der Tierwelt interessiert sind, ist es den Ausflug wert. Wir haben definitiv das erste Mal diese Vögel aus nächster Nähe gesehen. Generell muß man sagen, daß einem Neuseeland dann gefällt, wenn man an Natur, Tierwelt und sehr abwechslungsreicher Landschaft interessiert ist. Es gibt zwar in Queenstown, das nach der Otago Peninsula unsere nächste Station war, allerhand Aktivitäten, die den Adrenalinpegel steigern, doch das Gros in Neuseeland ist abwechslungsreiche Landschaft.

Tja, was gibt es zu Queenstown zu sagen. Hier hat sich die Tourismusindustrie bestens etabliert und es gibt fast keinen ausgefallen Sport, den man nicht betreiben kann. Da das kommerzielle Bungee Springen auch vor rund 14 Jahren an einer Brücke in Queenstown erfunden wurde, ist Bungee Jumping auch eine der Hauptatraktionen dort. Seit dem ersten Sprung sind die Verfahren weiterentwickelt worden und die Länge des Sprungs hat sich fast vervierfacht. Da ich nun mal dort war hab ich auch gleich den höchsten Sprung von 134m ausprobiert. Eigentlich fing es damit an, daß ich mich zu den vierschiedenen möglichen Bungee Jumps habe beraten lassen. Kurzerhand habe ich mich auch für den höchsten entschieden. Als es dann zeitlich in Richtung Sprung ging hatte ich die Hosen schon entsprechend voll. Man stelle sich eine Gondelähnliche Station zwischen zwei Berge gespannt vor, von der man in die Tiefe springt. Siska kam mit und hat das ganz in Bildern festgehalten. Resumée des Sprungs: Einfach toll!
Ich war glücklicherweise nicht der erste in unserer Gruppe von 8 Leuten, der springen durfte oder mußte. So konnte ich genau sehen, was bei der Sprungtechnich zu beachten ist, damit man den Sprung am besten genießen kann: "Blick geradeaus und nicht nach unten! Abspringen wie auf dem 3 Meter Brett und dann einfach Augen auf und sausen lassen!"

Anfangs dachte ich meine eigen Füsse würden mich überholen, weshalb ich ziemlich mit den Armen gerudert habe. Nach knapp 6-10 Sekunden Flug und immer deutlicher werdenden Konturen des Baches unter mir war ich schon froh, daß das Seil sanft gegriffen hat.

Das Bungeejumpen ist schon dermaßen etabliert in Queenstown, daß automatisch ein Video des Sprungs aus 4 unterschiedlichen Winkeln gedreht wird. High mit Adrenalin kaufen selbstverständlich viele nach dem Sprung das Video, doch als ich den Preis hörte war ich auch schnell wieder nüchtern. Nichts desto trotz, wer mal richtig Bungee Jumpen möchte, sollte Queenstown nicht auslassen.

Von Queenstown ging es weiter in Richtung Westküste zu den Sounds. Wir haben uns den Doubtful Sound angesehen. Vorteil ist, daß der Doubtful Sound nur von einer Gesellschaft befahren werden darf und deshalb nicht so überlaufen ist, wie evtl. der Milford Sound. Der Tagesausflug in den Sound war unter anderem mit einer Besichtigung des größten Neuseeländischen Wasserkraftwerks verbunden. Außerdem haben wir so allerhand Infos zu den unterschiedlichen Pflanzen in dem umgebenden Nationalpark erfahren. Allein in diesem Park gibt es wohl über 1000 unterschiedliche Moose, d.h. es gibt viel Grün zu sehen.

Nach Doubtful Sound ging es Richtung Norden nach Wanaka. Dieser Ort hat uns mit am besten gefallen. Wanaka ist ein gemütlicher Ort, der sich besonders gut für Wanderungen eignet. Einen guten Eindruck bekommt Ihr von dem Wanaka Panorama Bild in unserer Gallerie. Dieser Rundblick ist am Rocky Hill aufgenommen und ist Teil des Diamond Lake Track, die Blickrichtung ist Richtung Wanaka Ort. Nach knapp drei Tagen Wanaka ging es weiter in Richtung Norden an der Westküste entlang. An den Gletschern Fox und Franz Josef Glacier, der übrigens tatsächlich nach dem österreichischen Kaiser benannt ist, haben wir uns einen Heliflug über die Gletscher erlaubt. Wer noch nicht in einem Heli mitgeflogen ist, sollte so etwas mal ausprobieren.

Im Norden in Takaka angekommen, war eine Wanderung im Abel Tasman National Park angesagt. Je nachdem wie lange man in dem National Park unterwegs sein möchte, kann man unterschiedlich weit mit dem Boot die Küste entlang fahren, um sich dann an einem bestimmten Punkt absetzen zu lassen und zum Eingang des Parks zurück zu laufen. Bei Touren über mehrere Tage kann man entweder im Zelt oder in Hütten übernachten. Den ganzen Proviant muß man selbst mitbringen, was bei solchen Touren das Gewicht des Rucksacks schon ansteigen läßt.

Wie Ihr auch auf den Photos erkennen könnt, ähnelt der Norden mit seinen Stränden und Buchten schon eher irgendwelchen Südseeinseln. Wußtet Ihr übrigens, daß die Nationalpflanze Neuseelands der Baumfarn ist. Man findet diese imposanten Farne, die wie Palmen oder Bäume bis zu 20 Meter groß werden können fast überall in Neuseeland.


Nach unserer Wanderung fuhren wir anschließend die Nord- und dann wieder die Ostküste entlang, um nach Kaikoura zu gelangen. Kaikoura, eine ehemalige Walfängerstation ist heutzutage Ausganspunkt, um mit Haien zu tauchen, Wale zu beobachten oder um im Pazifischen Ozean mit wilden Delfinen zu schwimmen. Wir haben uns für letzteres entschieden, wobei ich gerne auch das Haitauchen ausprobiert hätte.

Das Erlebnis war einmalig! Die Küste vor Kaikoura ist inzwischen auch Meeresschutzgebiet. D.h., daß auch hier der touristische Einfluß so klein wie möglich gehalten werden soll. Es gibt nur eine Gesellschaft, die das Schwimmen mit Delfinen anbietet. Entsprechend ausgebucht sind die Gruppen. Wir haben auch rund einen Tag warten müssen, um freie Plätze zu bekommen und die waren nur in der ersten Gruppe um 5:30 Uhr. Das Wasser im Pazifik ist a....kalt! Wir hatten zwar doppelte Neoprenanzüge an doch auch dann wurde einem nach rund 10 Minuten richtig frisch um die Eingeweide. Das Ganze läuft folgendermaßen ab: Da es sich wirklich um wilde Delfine handelt fährt man zunächst mit dem Boot aufs offene Meer, wo dann nach den springenden Delfinen Ausschau gehalten wird. Die Delfinherden vor Kaikoura haben geschätze Größen von rund 500 Tieren. Hat man die Delfine ausgemacht, so wird in die Richtung gefahren, in die die Herde zieht und dann dürfen alle Teilnehmer mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet ins Wasser. Nun heißt es die Tiere neugierig machen, damit sie im Vorbeiziehen auch anhalten und mit einem Spielen. Am besten erreicht man das, indem man in Kreisen paddelt und durch den Schnorchel delfinähnliche Laute von sich gibt oder einfach singt. Kein Wunder, daß die Delfine da anhalten und sich das Ganze näher betrachten, wenn rund 10-15 Leute wie die Irren im Kreis schwimmen und durch den Schnorchel tröten.

Tja, mit diesem wirklich einmaligen Erlebnis haben wir unsere Reise abgeschlossen. Am gleichen Tag ging es noch weiter nach Christchurch und am folgenden Tag sind wir nach Singapur geflogen, um uns unsere Wohnung zu suchen und Siska hatte bereits die Übergabe mit Ihrem Vorgänger zu machen.

Ich hoffe, Ihr habt jetzt auch einen Eindruck von Neuseeland gewinnen können. Ansonsten betrachtet am besten die Bilder!