Siem Reap - Angkor Wat, Kambodscha
Eingebettet zwischen Vietnam, Laos und Thailand liegt Kambodscha. Ein Land,
das viel zu erleiden hatte und in den Jahren 1975-1979 durch die brutale und
menschenverachtende Herrschaft der Roten Khmer nahezu in die Steinzeit zurück
versetzt wurde und während dieser Jahre ca. 2 Millionen seiner Bewohner
verlor.
Ein Land das für Reisende bis vor einigen Jahren sehr gefährlich
war, noch 1994 wurden einige Reisende von den Roten Khmer (die zu dieser Zeit
immer noch einen Guerilla Krieg führten) entführt und skrupellos
ermordet. Ein Land in dessen Feldern sich noch immer zwischen 4 und 6 Millionen
(!) Landminen verstecken die noch heute für immer neue Opfer der Roten
Khmer sorgen.
Aber auch ein Land mit den freundlichsten Menschen, die man sich vorstellen
kann. Ein Land voller Hoffnung. Ein Land voller Schönheit. Ein Land mit
einem der Weltwunder. Ein Land mit grandiosen Landschaften und langen Stränden.
Ein Land das zu bereisen und zu unterstützen sich lohnt.
Wir haben leider nur von Freitag bis Montag in Siem Reap verbracht und so
lediglich einen kleinen Eindruck von diesem tollen Land bekommen. Hauptattraktion
in Kambodscha ist Angkor Wat eine Tempelanlage, die im 12 Jahrhundert n.Chr.
zur Hochkultur des Khmer Reiches erbaut wurde. Aus Ironie des Schicksals haben
sich auch die Roten Khmer nach diesem Khmer Reich benannt und wollten an diese
Hochkultur wieder anschließen. Es gibt hunderte von Tempelanlagen im
weiteren Umkreis von Siem Reap. Wir haben die wichtigsten und schönsten
besichtigt und waren drei Tage unterwegs, ohne wirklich zwei mal das Gleiche
zu sehen.
Hier ein Plan,
um ein Gefühl für das Ausmaß und die Anzahl der Tempelanlagen
zu bekommen.
Der Bayon ist einer der eindrucksvollsten Tempel in Angkor. Von 54 Türmen
schauen 200 Gesichter in die 4 Himmelsrichtungen. Schon die Anfahrt durch
das Südtor, vorbei an unglaublich alten und hohen Bäumen, und an
kleinen Affenherden, ist ein Erlebnis.
Angkor Wat, das bekannteste, grösste und am besten erhaltene Bauwerk
der ganzen Tempel. Hier kann man eine ganze Menge sehr gut erhaltener Basreliefs
bestaunen und wer interessiert ist, der kann in Angkor Wochen zubringen.
Detailliertere Beschreibungen könnt Ihr auf www.theangkorguide.com
nachlesen. Das Buch ist zwar auf englisch, aber es ist unglaublich detailliert
und man kann es sich als PDF-Datei downloaden.
Der Ta Prohm Tempel ist eine der populärsten Attraktionen Angkors. Er
wurde nahezu in dem selben Zustand belassen, wie er entdeckt wurde. Meterdicke
Wurzeln von Bäumen hangeln sich über die dicken Mauern und zwischen
den Verfallenen Gebäuden hindurch. Viele Wege und Durchgänge sind
dadurch unpassierbar geworden und einige nette Stellen lassen sich nur mit
viel Zeit oder einen Ortskundigen Führer entdecken. Ta Prohm ist ein
buddhistischer Tempel, welcher um das Jahr 1186 fertig gestellt wurde. Nebenbei
bemerkt ist er neben dem Bayon, Angkor Wat und dem Phnom Bakheng einer der
Orte an dem Szenen zu Tomb Raider gedreht wurden.
Neben den Tempelanlagen, lohnt es sich von Siem Reap einen Abstecher zum nahe
gelegenen See Tonle Sap zu machen. Dieser See ist auch dafür verantwortlich
das Kambodscha eine sehr ertragreiche Landwirtschaft und reiche Fischfanggründe
besitzt.
Der Tonle Sap ist Kambodschas grösster See, der in der Trockenzeit eine
Fläche von ca. 3000 km2 - bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von
2,2m - einnimmt. Der See ist durch den 100km langen Tonle Sap Fluss mit dem
Mekong verbunden. In der Trockenzeit fliesst das Wasser vom Tonle Sap See
in den Mekong. Während der Regenzeit und der Schneeschmelze im Himalaya
fliesst der Fluss in die andere Richtung, der Tonle Sap See wird also vom
Mekong 'gefüllt', da die Wassermengen des Mekongs nicht schnell genug
durch dessen Flußdelta in das Meer fließen können. Während
dieser Zeit vergrössert sich die Fläche des Sees auf ca. 7500 km2
und die Wassertiefe steigt auf 10m (!). Auf dieses jährliche Phänomen
haben sich auch die Anwohner des Tonle Sap eingestellt, die in Stelzenhäusern
oder Hausboten leben und Ihr Leben dem See anpassen.
Falls Ihr mal nach Siem Reap kommen solltet haben wir neben der Besichtigung
der Tempelanlagen und des Tonle Sap noch drei Empfehlungen für Euch:
Mr. Piep der Tuk Tuk Fahrer mit der Nummer 73. Es ist zwar nicht so schnell,
wie in einem Auto mit ihm zu fahren, und auch etwas staubiger, dafür
bekommt aber auch mehr von Land und Leuten mit. Mr. Piep erklärt sehr
viele Details aus der Natur, die im Vorbeifahren mit dem Auto verloren gehen.
Apsara Theatre - hier werden die traditionellen und religiösen Tänze
gezeigt, wie sie schon zur Zeit des Khmer Reiches getanzt wurden.
Besichtigung einer Seidenfarm außerhalb der Stadt - hier kann man sehr
gut sehen, wie natürliche Seide gewonnen und hergestellt wird. Die wagemutigen
unter Euch können auch mal eine Seidenraupe zu essen probieren, die werden
nämlich von Arbeitern in der Seidenfarm gegessen.Wir beide haben's gemacht
und es hat ziemlich nach Mais geschmeckt.
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